Viniyoga Erfinder
Life Style

Viniyoga

Was ist Viniyoga?

Viniyoga orientiert sich an den Körperübungen und Atemtechniken aus dem Hathayoga. Zudem beruht es auf den Grundprinzipien des Yogasutra von Patanjali. Das Ziel dieses Yoga ist ein ruhiger klarer Geist, der dem Menschen tiefe Einsicht ermöglicht.

Bei Viniyoga handelt es sich nicht um eine Stilrichtung, sondern um eine Anwendungsmethode von Yoga. „Vini“ ist ein Sanskrit-Wort und meint „besondere Anwendung“. Das Viniyoga ist eine differenzierte Herangehensweise an die Gestaltung einer Yogapraxis. Jeder Mensch ist einzigartig und verfügt über individuelle Voraussetzungen. Daher ist der Grundgedanke im Viniyoga, dass Yoga-Übungen an jeden Menschen angepasst werden müssen. Somit praktiziert jede/r die für ihn/sie am besten geeigneten Übungen.

Viniyoga heißt: „Nicht der Mensch muss sich dem Yoga anpassen, sondern der Yoga dem einzelnen Menschen“ (T.K.V. Desikachar)

Viniyoga folgt drei Grundprinzipien:

  1. Wir gehen vom Groben zum Feinen. Dies bedeutet, zunächst einfache āsanas zu praktizieren, um sie zu verstehen und zu beherrschen. Schrittweise erfolgt der Aufbau zu komplexeren, schwierigeren āsanas. Gleiches gilt auch für de Abfolge aus Körperübungen (āsanas), Atemübungen (pranayama) und Meditation. Erst wenn die Grundlagen der āsanas gelegt sind, folgt prāṇāyāma und daraufhin Meditation.
  2. Die Auswahl der Übungen dient dazu, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Solch ein reflektiertes Auswählen folgt dem Konzept „vinyāsa krama“: Absichtsvoll und bewusst gewählte, aufeinander aufbauende Schritte führen zum Ziel. Wir wählen die passenden Übungen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen.
  3. Das sinnvolle Anpassen und Abwandeln von Yoga-Übungen zugunsten der individuellen Bedingungen eines jeden Menschen ist wichtig, um positive Ergebnisse zu erzielen. Yoga entfaltet seine größte Wirkung, wenn die Bedürfnisse und Möglichkeiten, die Fähigkeiten und Neigungen angemessen berücksichtigt werden. Auch hier gehen wir schrittweise vor.

Das Ziel ist die Ausrichtung des Geistes

Durch eine auf diese Weise gestaltete Yogapraxis kann das Ziel, erreicht werden den Geist ohne Ablenkung auszurichten. Dieser gewünschte Ruhezustand des Geistes ist nicht mit Tiefschlaf oder Trance zu vergleichen, sondern mit einer tiefen Versenkung. Jegliche oberflächliche Aktivität (wie Nachdenken, Grübeln, Erinnern, Planen etc.) ist in diesem besonderen Zustand der Ruhe heruntergefahren. Allerdings wird der Geist dabei nicht ausgeschaltet, sondern er lässt Wahrnehmung in Form eines besonders feinen Bewusstseins weiterhin zu. Ein ruhiger Geist ermöglicht wahrhaftiges Verstehen und löst dadurch schließlich Leid auf. Im Yoga-Sutra ist ausführlich erklärt, wie im Geist negative, leidvolle Tendenzen (z.B. Begierden, Aggressionen) durch Nicht-Verstehen entstehen.

Übertragen auf die Yogapraxis heißt dies, dass es um die geistige Qualität in den Übungen geht. Es geht nicht um Routine und Äußerlichkeiten (in dem Sinne, dass die Yoga-Praxis besonders schnell, gut, effektiv absolviert werden sollte). Der Geist sollte nach der Praxis klarer und ruhiger sein. Gemäß des Yogasutras ist das letztliche Ziel des Weges samādhi, die vollkommene Erkenntnis.

Die Erfinder des Viniyoga: Krishnamacharya und Desikachar

Der Viniyoga-Ansatz wurde maßgeblich von T. Krishnamacharya (1888-1989) und seinem Sohn T.K.V. Desikachar (1938-2016) entwickelt. Diese beiden in Südindien praktizierenden Yogalehrer haben die Jahrtausende alte Yoga-Lehre auf innovative Weise für die heutigen, westlichen Menschen zugänglich und anwendbar gemacht. In Chennai in Südindien existieren mit dem Krishnamacharya Yoga Mandiram und der Krishnamacharya Healing and Yoga Foundation bis heute zwei der Orte der Yogatherapie, Ausbildung und Begegnung.

Kurse in Viniyoga bieten wir auch im Rahmen unserer Reisen auf Sardinien an.

Author Info

Andreas Pfanzelt

    Leave a Reply